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Ein Denkmal für den Wal im Rhein

Am 14. Juni 1966 löste das Auftauchen eines Weißwals vor dem Bonner Regierungsgebäude eine politische Debatte über die katastrophale Qualität des Rheinwassers aus.

Der Grund hierfür war die mit Altöl verschmierte und mit Hautekzemen übersäte Haut des Wals, die nach seiner vierwöchiger Odyssee am Niederrhein zum Thema der Berichterstattung wurde.

Die bedeutungsvolle Reise des Weißwals im Rhein markierte inmitten der Blütezeit des Wirtschaftswunders einen Wendepunkt für ein neues Umweltbewusstsein. Seine Geschichte, die anfangs durch die Treibjagden des damaligen Direktors des Duisburger Zoos, Dr. Wolfgang Gewalt, die Öffentlichkeit erregte, zählt zu einer der spannendsten am Niederrhein.

Als Fremdling aus dem Polarmeer gewann der Weißwal binnen weniger Wochen die Solidarität der Menschen in der Region, was letztlich dazu führte, dass die Jagd auf ihn eingestellt wurde. Gegen den Strom bahnte sich der Wal bis ins Bonner Regierungsviertel, wo er eine tief beeindruckte Menschenmenge zurückließ.

Von dort schwamm er zurück ins offene Meer, wo er am 16. Juni 1966 bei Hoek van Holland das letzte Mal gesehen wurde. Noch im selben Jahr folgten Beschlüsse zur Reduzierung industrieller Abwässer und die ersten Umweltschutzgesetze der Bundesrepublik.

Heimat für Rhineheart

Heimat für Rhineheart

Das Kunstprojekt "Heimat für Rhineheart" des Bildhauers Jörg Mazur ist der Geschichte des Weißwals gewidmet. Das lebensgroße Styrofoam- Modell, das in Anlehnung an die Reise des Wals als bildhauerische Odyssee an verschiedenen Orten in Duisburg umgesetzt wurde, soll nun vergrößert und in Bronze abgeformt werden. Der Wal soll dort wieder auftauchen, wo er damals, am 18. Mai 1966 erstmals gesichtet wurde.

Angeregt durch die anhaltenden Diskussionen zum Thema Fracking in Deutschland entstand die Idee, mit einem Kunstwerk an die Ereignisse und das politische Umdenken zu erinnern, welches das Auftauchen des Wals damals ausgelöst hat.

Mit festem Standort am Rhein wird "Rhineheart" ein nachhaltiges und freundliches Symbol für den Umweltschutz darstellen. Er wird als Wahrzeichen die Geschichte des Wals lebendig halten und einen optimistischen Blick in die Zukunft wagen.

Für die Realisierung des Bronze-Denkmals als Wahrzeichen und weiser Ratgeber am Duisburger Rheinufer ist die Mithilfe interessierter Bürger und Sponsoren gefragt. Zu diesem Zweck wurde dem Projekt vom Ruhrorter Bürgerverein ein eigenes Konto bei der Stadtsparkasse Duisburg eingerichtet. Jeder hier eingezahlte Euro fließt in die Finanzierung zur Umsetzung des Denkmals für den Wal.

Stadtsparkasse Duisburg
Konto-Nr. 200289619
IBAN: DE87 3505 0000 0200 2896 19
BIC: DUISDE33XXX

Informationen zur Entstehung und weiteren Umsetzung von Rhineheart finden Sie auf unserer Facebookseite www.facebook.com/Heimat.fuer.Rhineheart

Der Künstler

Foto Jörg MazurJörg Mazur, Jahrgang 1969, studierte bis 1999 Bildhauerei und freie Grafik an der Folkwang Schule in Essen.

Wale und Delfine sind ein wiederkehrendes und zentrales Thema in seinen künstlerischen Arbeiten.

Erste Begegnungen mit Walen waren die im Duisburger Zoo gehaltenen Weißwale, die bei ihm einen nachhaltigen Eindruck hinterließen.

1991 bereiste Jörg Mazur erstmals die Inseln der Lofoten und Vesteralen in Nordnorwegen, um Pottwalen und Schwertwalen in ihrem natürlichen Lebensraum zu begegnen.

Von 1996 -1998 arbeitete er an seiner bildhauerischen Diplomarbeit, die den Titel "Delphinidae Delphinoidae" trägt.

Die als Wanderausstellung konzipierte Skulpturen-Installation zeigt auf einer Länge von 14 Metern, einen großen Delfinschwarm, der aus 45 Skulpturen besteht, die alle Arten der Delfine und delfinartigen Wale repräsentiert. Für diese Arbeit erhielt er 1999 vom DAAD (Deutscher Akademischer Austauschdienst) ein Auslandstipendium, das ihm ermöglichte, die Feldarbeit an Schwertwalen und anderen Walen an kanadischen und amerikanischen Forschungseinrichtungen zu begleiten.

Delphinidae Delphinoidae

Diesem Aufenthalt folgten weitere Ausstellungen und Auftragsarbeiten für naturhistorische Museen, bei denen es um Rauminstallationen oder Entwürfe typischer Bewegungsabläufe von Meeressäugern, aber auch anderen Meerestieren ging, die für die Dauerausstellungen der Museen in dreidimensionale Modelle umgesetzt wurden.

Die Arbeiten von Jörg Mazur sind u.a. im Ozeaneum in Stralsund, im Bremener Überseemuseum, im Düsseldorfer Aquazoo, Im Stuttgarter Schloss Rosenstein sowie dem Museum am Löwentor und im Museum Wiesbaden zu sehen.

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